{"id":797,"date":"2007-09-23T18:02:15","date_gmt":"2007-09-23T18:02:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ullarike.de\/?p=797"},"modified":"2011-05-01T18:03:00","modified_gmt":"2011-05-01T18:03:00","slug":"an-einem-der-letzten-tage-des-vergangenen-sommers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ullarike.de\/?p=797","title":{"rendered":"An einem der letzten Tage des vergangenen Sommers"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Wir telefonieren dann erst wieder im Herbst. Also genie\u00dfe die  letzten zwanzig Minuten, die dieser Sommer noch dauert.&#8220; lachte Tanne  und legte auf. So ist sie. \u00a0 :o)<\/p>\n<p>Das war heute so gegen halb zw\u00f6lf, kurz  vorm Mittagsmagenkurrer. Inzwischen genie\u00dfe ich den sonnendurchw\u00e4rmten  (wusste ich&#8217;s doch) Herbstanfang, besetze &#8230; nein: vielmehr beLEGE im  S\u00fcdpark eine Bank, lese ein Buch des Hildegunst von Mythenmetz, lasse in  den Pausen immer mal wieder die Gedanken schweifen und erinnere mich  &#8230;<\/p>\n<p>An einem der letzten Tage dieses  vergangenen Sommers ging ich unter meinem Regenschirm spazieren. Sanft  und eint\u00f6nig klopfte der laue Landregen auf mein kleines Dach und sorgte  daf\u00fcr, dass ich auch ja keinen Schritt darunter hervorkam. Die Luft war  ziemlich nass und ich unterwegs zu einem Termin, konnte also nicht  regenduschen, denn das n\u00e4chste Handtuch wartete erst sp\u00e4t am Abend auf  mich.<\/p>\n<p>Als die Regentropfen jedoch immer  energischer, lauter, ja fast schon nerv\u00f6s auf meinen Schirm trommelten,  kehrte ich kurzerhand ein. Ich hatte mich schon auf einen kurzen  Zwischenstopp in der Kaffeebohne gefreut, doch nun landete ich  \u00fcberraschend im leeren Mephisto.<\/p>\n<p>Erst mal einen Tee: im feinsten Fischernetz  schwimmen winzige honigbraune Roibossp\u00e4ne zwischen tiefgr\u00fcnen  Brennnesselblattst\u00fcckchen. Das klingt jetzt vielleicht ziemlich gesund,  sieht aber herrlich aus und schmeckt. Der Kellner steht pl\u00f6tzlich wieder  vor mir, grinst und z\u00fcndet mit einem tiefen Blick in meine Augen die  Kerze an. Ich grinse zur\u00fcck &#8230; wie aufmerksam so ein Jungspund doch  sein kann. \u00a0 ;o)<\/p>\n<p>Und dann kommt meine Suppe: orangebraune  K\u00fcrbiscreme, auf dem kunstvoll verschlungene Sahne- und Sojaso\u00dfenpfade  von Schnittlauchschnitt ges\u00e4umt werden. &#8222;Jetzt h\u00e4tte ich gerne einen  Fotoapparat!&#8220; denke ich laut. Prompt fasst mein Kellnerchen in seine  Hosentasche und fragt mich, ob es sein Fotohandy auch tun w\u00fcrde &#8230; so  einfach ist das manchmal &#8230; \u00a0 ;o)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich dann mal leise und mal laut  grinsend in &#8222;Die Kugeln in unseren K\u00f6pfen&#8220; schm\u00f6kere, kommt jeder der  Kellner mich mal besuchen. Mal ist es die neue Tasse Tee, mal das  Abholen der leeren Suppensch\u00fcssel, mal einfach nur die Frage, wie es mir  geht (!) &#8230; ist schon schwer, wenn es noch nix weiter zu tun gibt.  Verabschiedet werde ich mit den Worten: &#8222;Kaum sind Sie da, geht die  Sonne auf. Kommen sie doch bitte \u00f6fter vorbei.&#8220;<\/p>\n<p>Gut gelaunt war ich wieder unterwegs. Der  Termin. Gerd Rindchen, seines Zeichens Weinkontorist aus Hamburg,  erz\u00e4hlte Geschichten aus dem Leben seiner Firma. Und am Ende durften wir  alle kosten &#8230; ein gr\u00fcner Veltliner, ein Blaufr\u00e4nkisch, ein  Dessertwein &#8230; nat\u00fcrlich mit dem jeweils passenden Essen dazu &#8230;  hmmmmmmm &#8230; &#8222;trinkig&#8220;!<\/p>\n<p>Doch geangelt hat er mich mit seiner  neuesten Kreation: Gew\u00fcrzmischungen und Rezeptvorschl\u00e4ge, die zum Wein  passen. Das Merlot-Gew\u00fcrz beispielsweise besteht aus Sumach,  Ceylon-Zimt, Koriander, schwarzem Pfeffer und Rosmarin. Als Marinade f\u00fcr  Marlin hab ich&#8217;s schon ausprobiert &#8230; fkusno!<\/p>\n<p>Und die Tischplaudereien &#8230; meine Neugier ist doch gr\u00f6\u00dfer als mein Misstrauen. \u00a0 :o)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche dir einen neugierigen Start in die Woche,<br \/>\nUlla<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wir telefonieren dann erst wieder im Herbst. Also genie\u00dfe die letzten zwanzig Minuten, die dieser Sommer noch dauert.&#8220; lachte Tanne und legte auf. 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