Die Allegorie der Frösche
7. September 2004 von Ulla & Rike
Es war einmal eine Gruppe von Fröschen, die einen Wettlauf machen wollten. Ihr Ziel war es, die Spitze eines hohen Turmes zu erreichen. Viele Zuschauer hatten sich bereits versammelt, um diesen Wettlauf zu sehen und sie anzufeuern. Das Rennen konnte beginnen.
Ehrlich gesagt: Von den Zuschauern glaubte niemand so recht daran, dass es möglich sei, dass die Frösche diesen hohen Gipfel erreichen konnten. Alles, was man hören konnte, waren Aussprüche wie: „Ach, wie anstrengend! Die werden sicher nie ankommen!“ oder: „Das können sie gar nicht schaffen, der Turm ist viel zu hoch!“ Die Frösche begannen, zu resignieren. Außer einem, der kraftvoll weiter kletterte …
Die Leute riefen weiter: „Das ist viel zu anstrengend! Das kann niemand schaffen!“ Immer mehr Frösche verließ der Mut und sie gaben auf. Aber der eine Frosch kletterte immer noch weiter …
Er wollte einfach nicht aufgeben. Am Ende hatten alle aufgehört weiterzuklettern, außer diesem einen Frosch, der mit enormem Kraftaufwand als Einziger den Gipfel des Turmes erreichte.
Jetzt wollten die anderen Mitstreiter natürlich wissen, wie er das denn schaffen konnte. Einer von ihnen ging auf ihn zu, um ihn zu fragen, wie er es geschafft hatte, diese enorme Leistung zu bringen und bis ans Ziel zu kommen. Es stellte sich heraus: Der Gewinner war taub.
Michaelas Moral von der Geschichte:
Höre niemals auf Leute, die die schlechte Angewohnheit haben, immer negativ und pessimistisch zu sein, denn sie stehlen Dir Deine schönsten Wünsche und Hoffnungen, die Du in Deinem Herzen trägst! Denke immer an die Macht der Worte, denn alles was Du hörst und liest, beeinflusst Dich in Deinem Tun! Daher: Sei immer positiv! Und vor allem: Sei einfach taub, wenn jemand Dir sagt, dass Du Deine Träume nicht realisieren kannst! Denke immer daran: Auch Du schaffst es!
Christians Antwort:
Aha, was lernen wir daraus?
1. Die Angwohnheiten von anderen sind schlecht.
2. Andere stehlen aus meinem Herzen.
3. Ich muss diese schlechten Einflüsse vermeiden.
4. Ich darf nicht offen sein, sondern muss meine Sinne verschließen.
Ich frage mich jedoch:
Das soll positiv sein???
Und soo soll ich es schaffen???
Gut, wem diese Vermeidens- und Verurteilungsstrategie gefällt, der kann versuchen, damit glücklich zu werden.
Ich meine:
Die anderen haben Angewohnheiten. Ob diese gut oder schlecht sind, möchte ich mit dem begrenzten Werkzeug Verstand nicht beurteilen. Das wird sich irgendwann noch zeigen. Ich habe rückblickend noch nie feststellen können, dass irgendwelche Angewohnheiten von anderen schlecht waren. Zweifel entstehen nicht durch andere, sondern: Es werden uns durch die anderen unsere eigenen Zweifel gezeigt.
Bei jedem Ziel habe ich grundsätzlich 2 Möglichkeiten:
1. Ich entscheide mich dafür, das Ziel zu erreichen.
2. Ich entscheide mich dafür, das Ziel nicht zu erreichen.
Jeder aufkommende Zweifel will nur, dass wir uns wirklich bewußt entscheiden, dafür oder dagegen.
Wenn ich mich durch Zweifel für Möglichkeit 2 entscheide, dann ist das auch gut. Ich habe mich entschieden, es nicht zu erreichen. Wenn mir mein Ziel jedoch wirklich wichtig ist, werde ich mich früher oder später dafür entscheiden, es zu erreichen.
Der Zweifel ist ein guter Freund, der immer wieder ganz offen und ehrlich nachfragt: Willst du dein Ziel wirklich erreichen? Bist du bereit dafür? Offen und ehrlich hinzuschauen, wie es wirklich ist, das nenne ich positiv! Und dann antworte ich mit ja oder nein.
Soweit aus einem Mailverkehr, an dem ich teilhaben durfte und der mich nachdenklich stimmte.
Ich wünsche uns eine entscheidungsfreudige Zeit.
Rike