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Mein erstes Mal

25. Juli 2005 von Ulla & Rike

Ich fühlte mich wie ein Teenager. Aufgeregt wie vor meiner ersten mündlichen Prüfung. Ich war hibbelig. Mir war schlecht. Ich musste ständig aufs Klo. Und alles wegen dem Vorspiel.

Und dann war alles ganz schnell vorbei.

Doch ich hab es getan. Zum allersersten Mal.
Ich hab vor völlig fremden Menschen Klavier gespielt.

Ich gehe zur Klavierschule. Jetzt schon das dritte Jahr. Und ich versuche mich in Fingerfertigkeiten beim Spiel mit den Tasten. Ich versuche es zumindest. Manchmal gelingt und klingt es schon ganz passabel. Manchmal ist es auch einfach nur zum Ausderhautfahren. Da hat man nun zehn von diesen Fingern und soll sie gleichzeitig kontrollieren. Und das soll dann auch noch locker und leicht aussehen. Tanne weiss, wie die Tasten dann machmal zu leiden haben …   ;o)

Doch zurück zum Vorspiel: Meine Klavierlehrerin (die beste, die ich kenne!) plante ein öffentliches Schülervorspiel zum Schuljahresabschluss. All ihre Schüler sollten zeigen, was sie gelernt hatten. Ich auch. Und glaub mir: ich war ein schlechter Schüler …   :o(
Doch nun übte und übte ich. Als Testpublikum missbrauchte ich meine Nachbarn.

Letzten Mittwoch war es dann soweit: Alle Eltern und Geschwister, zum Teil auch die Grosseltern sassen erwartungsvoll im Klassenzimmer. Ich war so alt wie sie (also wie die Eltern). Die jüngste Klaviervirtuosin war sechs jahre alt, die zweitälteste sechszehn, ja … und dann war da noch ich. Dreiunddreissig.

Solange die anderen spielten, fotografierte ich. Und war durch diese Ablenkung doch relativ entspannt. Doch dann … dann stand mein Name auf der Programmliste. Zum Glück sass ich nicht alleine vor den vielen Tasten. Meine Lehrerin spielte mit. Das heisst: Sie spielte den beeindruckenden Teil mit den vielen Noten auf dem Papier und ich spielte gleichzeitig die andere Seite vom Notenheft. Vier Hände gleichzeitig.

Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Und ich weiss heute noch nicht, wie es geklungen hat. Beim ersten Stück erinnere ich mich, dass wir mittendrin noch mal neu ansetzten. Beim zweiten Stück habe ich ein paar Noten für die linke Hand einfach unterschlagen. Und das dritte Stück … keine Ahnung. Doch meine Lehrerin meinte hinterher, dass sie zwar bemerkt hätte, wie aufgeregt ich war, doch es wäre ganz gut gelaufen. Und ich habe auch Applaus bekommen. Ganz ohne Familienbonus …   :o)

Ich bin froh, dass ich mich getraut habe.
Auch wenn es nicht perfekt war.
Oder gerade deshalb.

 

Rike

Piano

Musik beschreibt das Leben ohne Worte.

 

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