Es war Sommer
30. Dezember 2005 von Ulla & Rike
Ich habe bei meinem Jahresrückblick bemerkt, dass ich dir eine Geschichte noch gar nicht erzählt habe: Es war Sommer …
Entgegen meiner Gewohnheit, das meiste zu Fuss zu erledigen, holte ich mein Fahrrad aus dem Keller. Wir waren abends im Fürther Stadtpark unterwegs. Auf dem späten Heimweg kürzte ich durch die U-Bahn-Unterführung am Bahnhof ab. Da ich mir nicht sicher war, ob man dort das Rad schieben musste (heute weiss ich: man muss!), fuhr ich angesichts der immer seltener werdenen Fussgänger ziemlich langsam, bis …
… ja bis aus dem Treppenaufgang zu einem der Bahnsteige ein dunkler Schatten auf mich zugeschossen kam: ein Mountainbiker samt Gefährt. Mein Vorderrad und sein Hinterrad hatten ein kurzes aber heftiges Date. Ich ein ebensolches mit dem harten Boden der real existierenden Fliesenoberfläche. Nachdem sich das wandelnde schlechte Gewissen nach meinem Befinden erkundigte, hab ich jedes Körperteil auf Funktionstüchtigkeit geprüft (ok – FAST jedes Körperteil *g*). Alles schien ok. Auch bei meinem Rad. Also bin ich heimgeradelt – froh, so unbeschadet und nur mit dem Schrecken davongekommen zu sein.
Als ich dann mein Fahrrad im Keller wieder verstaut hatte, bemerkte ich beim Treppensteigen einen unangenehmen Schmerz im rechten Fuss. Die Schmerzen wurden in der Nacht immer stärker. An dieser Stelle noch einmal ein grosses Dankeschön an Matthias, der mich zur Notaufnahme und um meine (aus heutiger Sicht völlig unerklärliche) Panik brachte. Aus der Klinik kam ich nicht allein zurück: Mich stützen zwei blau-silbere schlanke Wegbegleiter mit roten Katzenaugen. Am nächsten Tag wurde ein Band-Anriss an einer vernarbeten Stelle diagnostiziert und mit einer Laufschiene geschmückt.
Nachdem ich dann meine ersten Laufversuche startete – um den Hals einen Stoffbeutel, in dem sich mein Frühstück befand, und darüber einen Kopf, in dem sich der Gedanke „Wenn du jetzt stolperst, steckt das Brotmesser in deiner Brust.“ befand – beschloss ich, ganz schnell auf die Krücken verzichten zu können.
Es dauerte dann doch geraume Zeit. Aber ich wurde währenddessen auf dem Bürostuhl kutschiert, mir wurde der Kaffee und das Mittagessen an den Tisch gebracht, Türen aufgehalten, mit wirklich guten Ratschlägen versorgt … ein Danke an alle (vor allem an Steffi, Jörg und Florian)! Du glaubst gar nicht, wie gut es tut, von hilfsbereiten, aufmerksamen, liebevoll spottenden Kollegen umgeben zu sein … :o)
Ich wühle noch a weng in der Erinnerungskiste.
Ulla